The Strands Of The Future
(1976 - Bosch, Gandil, Richard, Roman)

Pulsar sind Vertreter der französischen Progszene in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. "The Strands Of The Future" war ihr zweites Album und es bietet melodischen, atmosphärischen, manchmal auch spacigen Progrock bester Qualität.

Hauptwerk des Albums ist das 22-minütige "The Strands Of The Future" - die Arbeit an den Moogs und Mellotrons ist schlicht großartig, die Musik ist mal sehr filigran und wunderschön wie ein Kristall, dann wiederum bedrohlich - immer aber sehr stimmungsvoll und grandios in Szene gesetzt.

Pulsar gehen auf diesem Stück, wie auf dem Album, hauptsächlich instrumental ans Werk und wenn ich sie vergleichen muß, dann vielleicht phasenweise mit Steve Hackett und seinem "Voyage Of The Acolyte" (in der Tat erinnern die ersten Minuten der CD ein wenig an das Hackett-Album und hier vor allem an "The Lovers"), aber hauptsächlich kreieren Pulsar ihren eigenen Stil. Ihre instrumentalen Werke lassen den Hörer davonschweben und man kann frei zur Musik Bilder entstehen lassen, die Musik leitet einen dabei sicher durch verschiedene Gefühle und Stimmungen.

"The Strands Of The Future" hat nur einen kurzen Gesangsteil in französisch, der Gesang ist nicht gerade die Stärke der Band, aber er stört hier nicht.

Das Lied entwickelt sich zum Ende hin zum Höhepunkt, vorbei die filigranen Klänge, es gibt mehr E-Gitarre und Synthieklänge, es ebbt aus, und wenn man denkt, daß das Lied nun zu Ende ist, kommt es nochmal aus der Ferne zurück mit Akustikgitarre und Flötenklängen.

"The Strands of The Future" ist ein großartiges Instrumentalwerk (den kurzen Gesang unterschlage ich mal), das sicherlich all die ansprechen wird, die Musik mögen, wie sie von Mike Oldfield, dem frühen Steve Hackett oder auch Pink Floyd phasenweise gespielt wird. Wobei ich nochmal deutlich machen möchte, daß Pulsar keine dieser Bands bzw. keinen der Künstler nachahmt.

Es gibt auf dem Album dann noch ein kurzes Instrumental mit dem Titel "Flight", das ebenfalls großartige Synthesizerarbeit und Mellotronklänge bietet, hier kann man phasenweise an Camel denken, die bei "Mirage" stellenweise ähnlich strukturierte Werke hatten.

Es gibt dann mit "Windows" und "Fool's Failure" noch zwei Lieder, die etwas mehr englischen Gesang haben. Leider ist der Gesang nicht gerade die Stärke von Pulsar und mich stört er hier schon ein wenig. "Windows" ist ein sehr entspanntes Lied, mit viel Flöte und dezenten Orgelakkorden, während "Fool's Failure" wieder sehr viel mehr Mellotron bietet, das Lied hat stellenweise erneut recht bedrohlichen Charakter, was immer wieder durch entspannte Instrumentalteile ausgeglichen wird. Hier ist der Gesang aber leider auch am stärksten vertreten, und der kann mir nicht gefallen.

Aber als Fazit steht, daß "The Strands Of The Future" ein großartiges Album mit vielen herausragenden Momenten ist. Die instrumentale Arbeit der vier Franzosen ist erstklassig und sehr stimmungsvoll. Das Stück "The Strands Of The Future" ist natürlich das Highlight des Albums und alleine schon den Kauf wert. Ich habe selten ein stimmigeres Instrumentalwerk gehört. Es ist einfach nur schön.

14 Punkte