Start The Fire
(2005 - Lang, Müller, Postl, Wallner)
Über den Sinn und Unsinn von Livealben läßt sich streiten. Ich persönlich finde die meisten Livealben überflüssig, weil sie in der Regel nichts neues bieten, weshalb ich sie in der Regel auch nicht auf Supper's Ready bespreche. Nun flatterte mir aber das erste Livealbum von RPWL ins Haus. Nachdem ich die Band selbst live erleben durfte und das Konzert sehr genossen habe, aber in Hamburg Ray Wilson leider nicht als Gastmusiker dabei war, war ich doch recht gespannt auf diesen Mitschnitt, der natürlich Ray Wilson aufbietet. Er singt live wie gewohnt sehr ausdrucksstark und bereichert das RPWL Ensemble um eine interessante Note.
RPWL hatten vor der Tour übrigens ihre Besetzung mal wieder geändert, das "P" ist zurück an Bord, Chris Postl zupft wieder den Baß. Untersützt wurden RPWL live auch noch vom Keyboarder Markus Jehle, so daß sich Yogi Lang einzig auf seinen Gesang konzentrieren konnte.
Die Band spielt einen bunten Querschnitt aus allen bisherigen Studioalben (inklusive "Stock") und weiß live absolut zu überzeugen. Was das Livealbum interessant macht, ist nicht allein die Tatsache, daß RPWL und Ray Wilson "Not About Us" von Genesis covern, sondern daß RPWL bei den Stücken des aktuellen Studioalbums "World Through My Eyes" auf frühere Versionen zurückgegriffen und diese live dargeboten haben, sie klingen dadurch rauher, aber auch freier und es konnte reichlich improvisiert werden.
Daneben offeriert RPWL auch zwei Pink Floyd Stücke, "Cymbaline" und "Welcome To The Machine", die Vergangenheit als Pink Floyd Coverband läßt grüßen, beide Lieder fügen sich aber wunderbar der psychedelischen Atmosphäre der zweiten Hälfte des Doppelalbums ein.
Als Bonus gibt es auch noch eine Studioaufnahme von "New Stars Are Born", das bisher nur auf der SACD Version von "World Through My Eyes" in einer verkürzten Fassung zu hören war.
RPWL liefern somit ein Livelabum ab, das eine echte Daseinsberechtigung besitzt. Es wird zwar altbekanntes geboten, doch ebenso interessante neue Versionen einiger Studiowerke und schöne Coverversionen von Pink Floyd und Genesis, die man auf keinem Studioalbum finden wird natürlich.
"Start The Fire" ist eine angenehme Reise in psychedelische Gefilde, anfangs noch eingängig und hier und da sogar poppig gehalten, führt das Album den Zuhörer anfänglich nur behutsam in experimentellere Regionen, ehe dann auf CD2 die Band alle Schleusen öffnet und nicht nur Pink Floyd Nostalgiker ihre wahre Freude haben.
12 Punkte
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