Moments
(1996 - Kuhbier, J. Nitschke, K. Nitschke, Tigges, Staroske)

Die Gruppe "Soul Cages" bietet Progrock mit recht großem Rockmusikeinschlag. Der klingt aber recht angenehm und bietet nette Melodien sowie einen weiblichem Zweitgesang, etwas also, das ansonsten im Genre selten vorkommt.

So vielschichtig und komplex wie "Yes", "Genesis" oder auch "IQ" und "Arena" klingen "Soul Cages" bei weitem nicht, sie erinnern mich eher an "Lorian", die ebenfalls mehr melodischen Rock spielen.

Es fällt bei "Soul Cages" auf, daß Keyboards so gut wie gar nicht zum Einsatz kommen, und wenn, dann nur sehr sparsam im Hintergrund. Dafür gibt es zwei Gitarristen, die eher ein Rockfeeling verbreiten. Längere Soli gibt es aber erstaunlicherweise nicht. Das Schlagzeug mit seinem häufigen Doublebassdrum-Einsatz scheint dem Heavy Metal entliehen und ich finde es sehr unpassend, da es rhythmisch nicht so recht zur Musik passen will und sogar enorm stört.

Der Sänger hat eigentlich eine angenehme Stimme, aber ihm fehlt ein wenig Dynamik und Ausdruck. So klingt sein Gesang recht einförmig und eine Änderung der Stimmung wird meist durch den Einsatz der weiblichen Sängerin als Verstärkung im Hintergrund erreicht.

Am besten gefällt mir das sehr kurze Instrumental auf der Akustikgitarre, "Methode No.23", das lediglich 59 Sekunden dauert und der Titeltrack "Moments", eines der wenigen Lieder wo ein Keyboard sparsam eingesetzt wird. Allerdings stört hier auch der Doublebass des Schlagzeugs.

Die anderen Lieder halten durchgehend ein gleiches Niveau. Es klingt brav, durchaus gut auch - aber es wirkt insgesamt unreifer und weniger komplex als die Musik der Progrock-Größen heutiger Zeit. So klingt es mehr nach Rockmusik mit progressivem Touch und einem Schlagzeug, das sich häufig nicht in die Musik einfügt. Einen nachhaltigen Eindruck kann "Moments" bei mir nicht hinterlassen.

10 Punkte